Herkunft der Abessinier und Somalis
Die Rasse der Abessinierkatzen ist eine der ältesten Katzenrassen der Welt. Sie stammt jedoch nicht aus Ostafrika, wie der Name vermuten lässt. Genetische Analysen haben gezeigt, dass die Ursprünge tatsächlich in Südostasien liegen. Dafür spricht auch, dass die Rasse eher dem orientalischen Typ (schlank, muskulös, hochbeinig) zuzuordnen ist. Einen weiteren Hinweis auf die Herkunft aus Asien liefert eine ausgestopfte Katze aus den 1830er Jahren im zoologischen Museum der niederländischen Stadt Leiden. Es handelt sich um eine grob gesprenkelte, wildfarbene Katze, die der modernen Abessinierkatze auch von ihrer Statur her recht ähnlich sieht und dort als „Patrie, domestica india“ (Indische Hauskatze) bezeichnet wird.
Wie sich dieser Ursprungstyp bis nach Afrika und Europa verbreitete, ist nicht genau belegt. Vermutlich spielten dabei englische Händler und Kolonialbeamte eine tragende Rolle.
Die erste bekannte, noch nicht als solche anerkannte Abessinierkatze war Zula. Sie wurde 1868 von Captain Barret-Lennart als Geschenk für seine Frau aus Abessinien nach England importiert. Zula weckte das Interesse der Katzenliebhaber und -züchter wegen ihres getickten Fells. Es wurde versucht, diese Eigenschaft durch Kreuzung mit britischen Kurzhaarkatzen, Hauskatzen und anderen Rassekatzen weiter zu züchten.
Schon drei Jahre nach Zulas Ankunft in England wurde bei der ersten öffentlichen Katzenausstellung im Crystal Palace in London eine „abessinische“ Katze ausgestellt, die den 3. Platz in der Gesamtwertung erhielt. Vermutlich handelte es sich dabei um Zula oder einen direkten Nachkommen von ihr.
1882 wurde die Abessinierkatze als neue Rasse offiziell anerkannt. 1889 dann wurde der Rassestandard vom damaligen Präsidenten des englischen nationalen Katzenclubs, Harrison Weir, definiert. Bereits wenige Jahre später wurden die ersten Abys in Zuchtbücher eingetragen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Abessinierkatzen auch in die USA und wurden dort vermehrt gezüchtet. 1911 erfolgte dann die Anerkennung der Abessinier als Rasse in den USA durch die Cat Fanciers‘ Association (FCA).
Die Rasse der Somalikatzen dagegen ist noch recht jung, sie wurde erst in den 1960er Jahren anerkannt. Ihre Ursprünge sind jedoch deutlich älter: sie stammen von den Abessiniern ab.
Nach dem zweiten Weltkrieg traten in den USA und Kanada immer wieder Langhaar-Kitten bei den Abessiniern auf. Da sie nicht dem Rassestandard entsprachen, wurden sie üblicherweise schnell kastriert, an Liebhaber abgegeben und vergessen. Es gibt zwei unterschiedliche Theorien über die Herkunft der Langhaarkitten: Die eine geht davon aus, dass in den Anfangszeiten der Abessinierrasse (um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert) in Großbritannien immer wieder mal Bunny Cats eingekreuzt wurden, die das Langhaargen tragen. Die zweite Theorie vermutet, dass nur wenige Abessinier den zweiten Weltkrieg überlebt haben und deshalb Katzen mit unbekannter Herkunft in die Rasse eingekreuzt wurden.
1963 meldete Mary Mailing, eine kanadische Abessinier-Züchterin (May-Len Cattery), eine Langhaarkatze zu einer Ausstellung in Calgary, Alberta an. Der Richter Ken McGill verliebte sich und fragte, ob diese ungewöhnliche Abessinierkatze zum Verkauf wäre. Die beiden einigten sich und McGill etablierte die älteste bekannte Somali-Linie mit seinem Kater Ken’s May-Len Tutseita of Dunedine.
1967 fiel der Abessinier-Züchterin Evelyn Mague (Cattery Lynn-Lee) in einem Tierheim in New Jersey, in dem sie gelegentlich aushalf, ein Kater auf. Sie adoptierte George, einen kastrierten Langhaar-Abessinier. Nach ein bisschen Recherche fand sie heraus, dass George aus ihrer eigenen Zucht stammte. Weil ihr Georges langes weiches Fell so sehr gefiel, wiederholte sie die Paarung seiner Eltern und begann Somalis zu züchten.
1972 gründete Evelyn Mague den Somali Cat Club of America (SCCA) und 1979 wurden die Langhaar-abessinierals eigene Rasse von der Cat Fancier Association (CFA) anerkannt: die Somali. Die ganze Geschichte kann auf der Website des SCCA nachgelesen werden.
Natürlich gab es in der CFA großen Widerstand, da viele der CFA-Vorstände glaubten, dass Abessinier mit Persernoder anderen Langhaarrassengekreuzt wurden, um das Langhaargen in die Rasse zu bringen. Deshalb hat ein weiterer Somali-Freund, Walter del Pellegrino, alle bekannten Stammbäume der Langhaarabessinier analysiert und konnte nachweisen, dass alle diese Somalis einen gemeinsamen Vorfahren hatten: Raby Chuffa of Selene. Raby Chuffa stammt aus Großbritannien und wurde 1952 von Mrs. Francis Shuler-Taft in die USA importiert.
In Europa wurden die Somalis als erstes 1982 von der FiFé anerkannt
Quellen:
Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Abessinierkatze abgerufen am 05.03.2026
Broda E. (2018): Die Somali. Books on Demand.
Kuhlmey, B. https://www.birgitta.es/somali-katzen/ abgerufen am 16.02.2025
Lang E. (2023): Somali cats. Somali cat Owners Manual. Somali Cata care, personlity, grooming, health, training, costs and feeding all included. Zoodoo Publishing.
Mague, E. https://www.ladybear.com/Somalis/early1.html abgerufen am 16.02.2025
Pellegrino, W. https://wdel.tripod.com/index-c.html abgerufen am 16.02.2025